Auf seinen Reisen durch Europa legte Kolping 1852 in Innsbruck, Salzburg, Steyr, Linz und Wien jene Grundsteine, auf die sich sein Werk in Österreich entwickeln und ausbreiten konnte. Hauptanliegen der heute nach ihrem Gründer benannten Kolpingsfamilien ist die Unterbringung und Begleitung junger Menschen in Kolpinghäusern für die Zeit ihrer beruflichen Ausbildung.
Kolping hat stets darauf gedrängt, dass die einzelnen Vereine in den Ländern nicht Filialen eines Bundesverbandes sind, sondern eigenständig. Diese föderative Verfassung hat den Verband zwei Weltkriege überleben lassen. Bis weit in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts hinein sind die Zielgruppen der Vereinstätigkeit - Lehrlinge und Handwerksgesellen - nahezu gleichgeblieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich für Kolping vieles radikal verändert.
Die Veränderungen in Beruf und Gesellschaft - zunehmender materieller Wohlstand, neue Konsumangebote, Flexibilisierungen in der Arbeitswelt - brachten plötzlich andere benachteiligte Gruppen in der Gesellschaft hervor. Und der Verband hat auf diese neuen, aktuellen Herausforderungen mit der Gründung neuer Sozialprojekte reagiert.
Bis in die Sechziger Jahre wandten sich die Kolpingsfamilien und Kolpinghäuser ausschließlich an Burschen und Männer. Erst nach und nach erfolgte die Öffnung der Häuser für Mädchen und Frauen.
Zeitgleich vollzog sich innerhalb von gut zehn Jahren die Umbenennung der "Katholischen Gesellenvereine und -häuser" in "Kolpingsfamilien und Kolpinghäuser".
Kolping bietet heute einige tausende Wohnplätze für Leute, die in der Berufsausbildung oder bereits im Beruf stehen. Die Kolpinghäuser wenden sich mit ihren Veranstaltungsangeboten aber auch an die Menschen der Umgebung. Die Herausforderung ist heute wie damals die gleiche geblieben - die Förderung der Entwicklung des Menschen zur Autonomie durch Bildung und Arbeit.
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Kardinal zu Gast Erzbischof Christoph Schönborn besuchte das Kolpinghaus "Gemeinsam leben" <mehr>
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