Armut bekämpfen, nicht die Armen!

08.11.2017 09:35 von Monika Hick-Hummel

Die „Armutskonferenz“, der auch Kolping Österreich angehört,  fordert die Regierungsverhandler auf, Armut zu bekämpfen, und nicht die Armen: Es gebe tausend gute Maßnahmen um Armut in Österreich zu verringern, es gebe aber auch genug, was die Lage der Armen in Österreich noch weiter verschärfe.

Als Beispiel wird in einem kürzlich veröffentlichten Appell die Deckelung/Kürzungen bei der Mindestsicherung angeführt: Davon betroffen seien Familien, Alleinerziehende, Pensionisten, Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder Behinderungen, Arbeitnehmer und Arbeitssuchende gleichermaßen, analysiert die Armutskonferenz; die Einschnitte würden künftig zahlreiche persönliche Notlagen samt den gesellschaftlichen Folgekosten mit sich bringen.

Betroffen sind beispielsweise jetzt schon in Niederösterreich Geringverdiener mit Frau und kleinen Kindern oder alleinerziehende Mütter, die sich zum Schutz ihrer Kinder von gewalttätigen Männern getrennt haben, ebenso  wie chronisch kranke Personen, die zwar als erwerbsfähig gelten, am Arbeitsmarkt aber enorm schlechte Karten haben oder Eltern, die mit ihren erwachsenen Kindern mit Behinderung im selben Haushalt leben.

„Deckel drauf. Das heißt Kinder klein machen, unter Verschluss halten, hinunter drücken, Chancen rauben. Jedenfalls nicht das, was Kinder brauchen: wachsen lassen, fördern, zutrauen, stärken“, so lautet das  Resumé der Armutskonferenz, deren Mitgliedsorganisationen jährlich über 500.000 Menschen, die sozial benachteiligt sind, begleiten, betreuen und unterstützen.

Mehr Infos auf www.armutskonferenz.at

Familien in den Fokus!
Auch der Katholische Familienverband – eine Partnerorganisation von Kolping Österreich – hat für die kommende Legislaturperiode ein Forderungsprogramm vorgelegt; darin enthalten sind 68 Ideen und Vorschläge für eine zukunftsorientierte Familien- und Bildungspolitik. Auf der Agenda ganz oben steht für den Familienverband eine aktuelle Kinderkostenstudie. „Wir wissen heute nicht evidenzbasiert, wie hoch die Ausgaben der Eltern für ihre Kinder sind. Sachorientierte Politik braucht aber empirische Grundlagen“, so Präsident Alfred Trendl.

Längst überfällig ist für den Katholischen Familienverband die regelmäßige Wertanpassung von Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld. „Vignetten, Gebühren, Pensionen und Parteiförderungen – nahezu alles wird jährlich an die Inflation angepasst. Für Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld gilt das nicht!“, macht der Kath. Familienverband darauf aufmerksam, dass diese Leistungen in 15 Jahren einen Wertverlust von nahezu 30 Prozent aufweisen. Die Anpassung der Familienleistungen an die Inflation war ein zentrales Vorhaben der FPÖ im Wahlkampf. „Daran werden wir sie mit Nachdruck erinnern“, so Trendl.

„Familienpolitik konkret“, das Forderungsprogramm mit 68 Ideen und Vorschläge für eine zukunftsorientierte Politik, kann beim katholischen Familienverband unter info@familie.at kostenlos angefordert werden; auf der Homepage www.familie.at steht es als Download zur Verfügung

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