Fit für die Zukunft

09.10.2017 18:39 von Monika Hick-Hummel

Mit einem Festgottesdienst in der Kirche „Santa Rosa“ im Zentrum von Lima endete die diesjährige Generalversammlung von Kolping International. Rund zweihundert Delegierte aus 43 Ländern Europas, Afrikas, Asiens und Lateinamerikas waren in der peruanischen Hauptstadt zusammen gekommen, im Zentrum der Beratungen standen ein Grundsatzpapier zum Selbstverständnis unseres Verbandes sowie die Befassung zu den neuen Statuten. Beide Themen hatten die Verantwortlichen seit fünf Jahren beschäftigt, damals war in Köln ein Reformprozess gestartet worden, der nun seinen Abschluss fand.

Durch das neue „Selbstverständnis“ und die Überarbeitung des Generalstatuts hat sich Kolping International fit für die Zukunft gemacht. Denn um weiterhin leistungsstark und attraktiv für Mitglieder zu bleiben, braucht unser traditionsreicher Verband ein modernes Gesicht sowie zeitgemäße Strukturen, Vernetzungsformen und Kommunikationswege; so etwa stärkt das neue Generalstatut die Rolle der Laien im Verband: Die geistliche Leitung einer Kolpingsfamilie ist nicht mehr ausschließlich einem katholischen Priester vorbehalten – auch „Laien“ (und damit auch Frauen) können das Amt des Präses nun offiziell ausfüllen.

Inhaltlich will sich der Verband künftig noch intensiver seiner ökologischen Verantwortung stellen. Nachhaltiges Handeln soll in den 62 Mitgliedsländern bewusst gefördert, die weltweite Projektarbeit durch eine stärkere Berücksichtigung ökologischer Aspekte noch ganzheitlicher ausgerichtet werden. Inspiration und Anstoß dafür war die Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus sowie die Lage der Menschen im Amazonasgebiet, der „grünen Lunge“ unserer Erde.
Deutlich auch der Appell, den Generalpräses Ottmar Dillenburg und Generalsekretär Markus Demele an die Delegierten richteten, in ihren Nationalverbänden die Mitgliederwerbung zu forcieren: Nur mithilfe einer starken Verankerung in der Bevölkerung der jeweiligen Länder könne es Kolping gelingen, als gesellschaftspolitischer „Player“ relevant zu bleiben; andernfalls droht eine Rolle an der Seitenout-Linie als bloßer Träger von Häusern und Einrichtungen.

Bei einer Sitzung des Generalrats im Anschluss an die Generalversammlung wurden die Mitglieder des Generalvorstandes, des neu geschaffenen Leitungsgremiums von Kolping International, gewählt; diesem gehören der Generalpräses und der Generalsekretär sowie die Geschäftsführerin Karin Wollgarten von Amts wegen an, weiters, auf vier Jahre gewählt, je ein Vertreter jedes Kontinents sowie des Kolpingwerks Deutschland, des derzeit mitgliederstärksten Nationalverbandes: Dancille Mujawamariya (Kolping Ruanda), Paul Nguyen Huu Nghia Hiep (Kolping Vietnam), Rufino Rodriguez (Kolping Honduras), Erich Reischmann (Kolping Schweiz) sowie Thomas Dörflinger (Kolpingwerk Deutschland).

Kolping Österreich war auf der Generalversammlung durch Präsidentin Christine Leopold, Bundespräses Gerald Gump, Vizepräsident Reinhold Lexer, Bundesleiter Norbert Hauer, Bundessekretär Wolfgang Engelmaier, GF Marion Praschberger, die DV-Vorsitzenden Josef Pucher (Stmk.), Konrad Kleemayr (Wien) und Johannes Staudinger (OÖ) vertreten, weiters durch DV-Präses Lyubomyr Dutka (Wien), Bundes-WIVO-Mitglied Josef Ursprunger als Vertreter Tirols, den Vorsitzenden des Wirtschaftsvorstandes der mitgliederstärksten Kolpingsfamilie Österreichs, der KF Linz, Martin Schumacher, und Jasmin Ertl als Vertreterin der Kolpingjugend.

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