150 Jahre Kolpingsfamilie Hall/Tirol

14.06.2017 12:26 von Katharina Trinkl

Mit einem großen Festprogramm feierte die Kolpingsfamilie Hall am Wochenende ihr 150-jähriges Bestehen.

Zweitägiges Festprogramm zum runden Jubiläum.
Generalpräses Dillenburg: „Ihr seid die Avantgarde des Christentums!“

Die Sonne strahlte vom Himmel, als die Kolpingsfamilie Hall/Tirol am 11. Juni ihr 150-Jahr-Jubiläum feierte – mit einem großen Festprogramm und prominenten Ehrengästen aus dem In- und Ausland, darunter der Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks, Ottmar Dillenburg und die Präsidentin von Kolping Österreich, Christine Leopold. Seit seiner Gründung im Jahr 1867 steht der Verein für soziales und kulturelles Engagement im Sinne des Gesellenvaters Adolph Kolping und bildet eine, wie es der Vorsitzende Stefan Spiess in seinen Grußworten formulierte, „familienhafte Gemeinschaft, in die jeder Einzelne sich einbringen kann und Unterstützung findet, wenn er sie braucht.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Fahnenzug und eine Festmesse im Haller „Altstadtpark“ unter der Leitung des Generalpräses und eindrucksvoll mitgestaltet vom Kolpingchor Hall und den Schützenverbänden der Umgebung. In seiner Predigt bezeichnete Dillenburg die Kolpingsfamilie Hall als „Avantgarde des Christentums“ und ermutigte ihre Mitglieder zu einem verstärkten Einsatz auch im globalen Rahmen: „Wir alle tragen Mitverantwortung für die Entwicklung der Erde und ihrer Menschen, vor allem für jene, die in für uns unvorstellbarer Armut leben!“

Schon am Vorabend hatte der ehemalige Generalsekretär von Kolping International, Hubert Tintelott, in seinem Festvortrag im Kolpinghaus auf die weltweite Dimension der Kolpingarbeit verwiesen und die Kolpingsfamilie als „Erfahrungsraum“ bezeichnet, in dem der Einzelne lernen könne, „dass er mit anderen viel bewirken kann in der Welt.“ Danach wurde eine von neue, wissenschaftliche Chronik präsentiert, in der das Vereinsleben seit der Gründung der Kolpingsfamilie Hall präsentiert wird, ebenso gaben die Mitglieder des Ensembles der Kolpingbühne Hall eine vielumjubelte Kostprobe ihres Könnens – das Theaterspiel bildet ja von Anfang an eine Konstante und ein zentrales Standbein des Wirkens der Kolpingsfamilie Hall.

Heute hat die Kolpingsfamilie 215 Mitglieder von 4 bis über 80 Jahren und vielfältige Aufgaben: Zum Theater, besonders bekannt für seine Märchenaufführungen, kommen Chor, Jugendarbeit, Frauenrunde und mehr. Starke Akzente setzt der Verein aber auch im sozialen Bereich, von der Unterstützung für Aidshilfeprojekte in Uganda bis zum Einsatz für Flüchtlinge: Schon ab 1979/1980 engagierten sich Vereinsmitglieder für vietnamesische Flüchtlingsfamilien – und wurden dafür sogar vom Bundespräsidenten ausgezeichnet. Heute stellt der Verein etwa Räumlichkeiten für Deutschkurse zur Verfügung. Stark geprägt wurde und wird die Kolpingsfamilie von Pater Severin Mayrhofer, der den Verein seit 25 Jahren als Präses begleitet – und dafür am Sonntag geehrt wurde.

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