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Einsamer Mahner

Botschaft von Papst Franziskus zum „Weltfriedenstag"

Botschaft zum „Weltfriedenstag“ am 1. Jänner: Papst Franziskus stemmt sich gegen Gleichgültigkeit und Zynismus gegenüber Flüchtlingen und Migranten.

Wohlwollen gegenüber Flüchtlingen und eine „wache und verständnisvolle Aufmerksamkeit“ für deren Situation hat Papst Franziskus in seiner Botschaft zum „Weltfriedenstag“ (dieser wird von der katholischen Kirche jährlich am 1. Jänner gefeiert) gefordert. Deutlich kritisiert der Heilige Vater politische Verantwortliche in vielen Zielländern, die einseitig die Risiken für die nationale Sicherheit oder die Belastung durch die Aufnahme der neu Ankommenden betonen: dadurch würde, so Franziskus, „die menschliche Würde missachtet, die jedem zuerkannt werden muss, weil alle Menschen Kinder Gottes sind. Alle, die - vielleicht zu politischen Zwecken - Angst gegenüber Migranten schüren, säen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, anstatt den Frieden aufzubauen.“

In seiner Botschaft bittet der Papst, die globalen Migrationsbewegungen nicht bloß als Bedrohung zu betrachten, sondern darauf „mit einem Blick des Vertrauens“ zu schauen, als eine Gelegenheit, eine friedvolle Zukunft aufzubauen: „Die Weisheit des Glaubens schärft diesen Blick, der in der Lage ist wahrzunehmen, dass wir alle zu einer einzigen Familie gehören, Migranten und die sie aufnehmenden Gastvölker, und alle dasselbe Recht haben, die Güter der Erde zu nutzen, deren Bestimmung allgemein ist, wie die Soziallehre der Kirche lehrt.“

Gleichzeitig macht der Pontifex darauf aufmerksam, dass Migranten und Flüchtlinge nicht mit leeren Händen kämen: „Neben der wertvollen Prägung durch ihre Heimatkulturen bringen sie ein hohes Maß an Mut und Tatkraft, an Fähigkeiten und Erwartungen mit. Auf diese Weise bereichern sie das Leben der Nationen, die sie aufnehmen.“ Die Verantwortungsträger des öffentlichen Lebens ermuntert Franziskus, die Aufnahmepolitik „auf ein Höchstmaß, soweit es das wahre Wohl ihrer Gemeinschaft zulässt” auszuweiten und legt ihnen eine Strategie ans Herz, die vier Handlungen miteinander verbindet: aufnehmen, schützen, fördern und integrieren.

In besonderer Weise nimmt der Papst dabei auch die Vereinten Nationen in die Pflicht und regt an, noch im heurigen Jahr zwei globale Pakte zu definieren und zu verabschieden – einen für sichere, geordnete und reguläre Migration, den anderen für Flüchtlinge. Als Vereinbarungen auf globaler Ebene würden diese Pakte, wenn sie von Mitgefühl, Weitsicht und Mut inspiriert seien, einen Bezugsrahmen für politische Vorschläge und praktische Maßnahmen darstellen, so der Papst: „Nur so ist es möglich, dass der notwendige Realismus der internationalen Politik nicht dem Zynismus und der Globalisierung der Gleichgültigkeit zum Opfer fällt.“

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