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Frauenhäuser

Schutz und Hilfe

Gewalt gegen Frauen (und Kinder) kennt viele Facetten: Drohungen, Unterdrückung, Psychoterror, Schläge. Betroffene, die Kraft genug aufbringen, um vor den Tätern zu flüchten, finden im Frauenhaus Mistelbach in Niederösterreich sowie im Frauenhaus Hallein in Salzburg eine geschützte, gesicherte Unterkunft. Die Aufnahme in diese Einrichtungen ist rund um die Uhr möglich. Das Team der Frauenhäuser unterstützt die Bewohnerinnen bei der Analyse ihrer Situation und bei der Aufarbeitung der Gewalterfahrungen, begleitet bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Lebensperspektiven und bietet psychologische Betreuung für die Kinder und Jugendlichen an.

Zusätzlich werden telefonische und ambulante Beratungen angeboten.

Was ist Gewalt?

Nicht nur körperliche Übergriffe sind Gewalt, sondern auch alle Verhaltensweisen, die die betroffene Frau unterdrücken, kontrollieren und ihr Angst machen.

Immer wenn es gewalttätige Übergriffe innerhalb einer Familie gibt, sind die Kinder mitbetroffen. Sie werden entweder selbst geschlagen, gedemütigt, zu sexuellen Handlungen gezwungen, oder müssen die Misshandlungen an ihrer Mutter miterleben.

Gewalt zeigt sich auf verschiedenen Ebenen:

Körperliche Gewalt:
Stoßen, Treten, Schlagen, an den Haaren ziehen, würgen, Verbrennungen zufügen, verletzen mit Gegenständen bis zum Gebrauch von Waffen.

Psychische Gewalt:
Ständige Kritik und Vorwürfe, Schreien, Abwertungen und Beschimpfungen (manchmal auch vor anderen Leuten), ständige Kontrolle (z. B. Telefonanrufe, E-Mails, Duschen, Schlaf), Zwang, übertriebene Eifersucht, Einschüchterungen und Drohungen, Zerstören von Gegenständen, der Frau die Schuld an der Gewalt geben, der Frau einreden, dass mit ihr etwas nicht stimmt, dass sie psychisch krank ist, usw.

Sexuelle Gewalt:
Berührungen gegen den Willen der Frau, Zwang zu sexuellen Handlungen, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung.

Ökonomische Gewalt:
Verbot zu arbeiten, kein Haushaltsgeld geben (Frauen müssen oft von ihrem sehr geringen Einkommen alle Ausgaben für Haushalt und Kinder bestreiten, während sich der Mann teure Hobbys  leistet), Geld wegnehmen, Frau muss ohne Lohn in der Firma des Mannes arbeiten, Einkommen und Ausgaben verschleiern, Schulden machen (Kredite), Geld vertrinken/verspielen – es entsteht eine starke Abhängigkeit!

Soziale Gewalt:
Kontakte verbieten (zu FreundInnen, KollegInnen, Familie, etc.), Vertraute schlecht machen und/oder Streit mit ihnen beginnen, Kontrolle der Telefonanrufe und SMS, bestimmen wohin die Frau gehen darf, ständige Kontrolle was die Frau macht und wo sie sich aufhält – bewirkt starke Isolation und noch mehr Abhängigkeit.

Für den Notfall

Im Notfall kann die Ausarbeitung eines Sicherheitsplanes und gewisse Vorbereitungen für die Flucht vor einem Gewalttäter hilfreich sein.

  • Tragen Sie immer Ihr Handy aufgeladen bei sich und bewahren Sie Notruf-Telefonnummern geheim bei sich auf.
  • Packen Sie einen „Krisenkoffer“, den Sie an einem sicheren Ort aufbewahren (z. B. bei einer Freundin).
  • Besorgen Sie die Reserveschlüssel für die Wohnung/das Haus und das Auto.
  • Legen Sie Geld für die Zugfahrt, das Taxi etc. auf die Seite.
  • Überlegen Sie sich einen Fluchtplan – wie können Sie am schnellsten die Wohnung/das Haus verlassen? Können Sie sich in einem versperrbaren Raum in Sicherheit bringen, von dem aus Sie die Polizei anrufen bzw. durch ein Fenster entkommen können?
  • Bauen Sie sich ein Unterstützungsnetz auf – Vielleicht könnten Sie sich einer Nachbarin anvertrauen, die auch die Polizei rufen könnte, wenn sie  etwas hört. 
  • Bereiten Sie ihre Kinder altersentsprechend vor. Kinder fühlen sich oft verantwortlich. Erklären Sie ihnen, dass sie nicht schuld sind an dem, was passiert.
  • Falls Sie und/oder Ihre Kinder verletzt sind, ist es für eine Anzeige wichtig, diese Verletzungen zu dokumentieren (Krankenhaus, Arzt, Fotos).
  • Wenn es zu Gewalttätigkeiten kommt, ist es wichtig, zu Ihrem Schutz die Polizei zu verständigen! Es kann für den Täter eine Wegweisung und ein Betretungsverbot für die gemeinsame Wohnung ausgesprochen werden.
  • Besprechen Sie mit FreundInnen/Verwandten, ob Sie im Notfall dort unterkommen könnten oder nehmen Sie eine telefonische oder ambulante Beratung des Frauenhauses in Anspruch, um auf eine Aufnahme gut vorbereitet zu sein. Wirklichen Schutz haben Sie wahrscheinlich nur im Frauenhaus – eine Aufnahme ist im Notfall zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.
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