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Kolping in Europa & weltweit

Partnerschaft weltweit

„Eine Welt, in der auch nur ein Einziger weniger leidet, ist eine bessere Welt.“ (Adolph Kolping)

Bis 1968 war der Kolpingverband de facto nur in den deutschsprachigen Ländern zu Hause. Dann wurden bei einer Versammlung in Salzburg die Weichen neu gestellt: Kolping öffnete sich der Welt. Markenzeichen unserer Entwicklungsarbeit: persönliche Kontakte, Empowerment („Hilfe zur Selbsthilfe“) und Solidarität.

Aus kleinen Anfängen heraus hat sich Kolping zu einem weltweiten Verband entwickelt. Heute gibt es Kolpingsfamilien in 61 Ländern auf allen Kontinenten mit ca. 400.000 Mitgliedern. Die Aufgabe bleibt immer die gleiche: Menschen zusammenzuschließen zu Bildungs- und Aktionsgemeinschaften, in denen sie Heimat finden und Mut fassen, Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen.

Nicht nur Projekte in den Ländern des Südens und des europäischen Ostens, auch gesellschaftspolitische Initiativen und die Mitarbeit in internationalen Gremien prägen das entwicklungspolitische Engagement des Kolpingverbandes: So etwa setzt sich Kolping als NGO mit „Partizipativstatus“ im Europarat für ein faires Miteinander aller Länder unseres Kontinents ein.

Koordiniert werden die europaweiten Aktivitäten von Kolping Europa mit Sitz in Köln. Eigens organisiert ist die Europäische Kolpingjugend, die Kolping-Jugendgruppen aus Mittel- Ost- und Südeuropa vernetzt.  Zweck der Förderung von Jugendlichen im europäischen Kolpingwerk auf nationaler und europäischer Ebene, sowie die Pflege und Entwicklung des Gedankens der europäischen Integration. Ihr gehören Kolpingjugendgruppen aus Mittel-, Ost- und Südeuropa an.

Oberstes Organ des Europäischen Kolpingwerkes ist die Kontinentalversammlung; sie tritt einmal jährlich zusammen und legt die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit fest. Außerdem wird jeweils eine Erklärung zu aktuellen gesellschaftlichen Themen verfasst und den politischen Entscheidungsträgern in den europäischen Institutionen zugeleitet.

Krakauer Erklärung zum „Freiwilligenengagement im Kolpingwerk" und zu den Menschenrechten.

Mit verschiedenen Veranstaltungen wird die europaweite Vernetzung gefördert und das Kennenlernen der europäischen Institutionen ermöglicht. Dazu gehörte in den vergangenen 33 Jahren das „Europaseminar“ und die jährliche „Europäische Jugendwoche“. Gerade im Anlaufen ist die Aktion „Kolping tut was“.

Europabeauftragter des Int. Kolpingwerkes ist der Österreicher Reg. Rat Anton Salesny.

Das „Int. Kolpingwerk“ ist ein katholischer Sozialverband, der von Adolph Kolping gegründet wurde. Die Mitglieder bilden eine familienhafte und lebensbegleitende Gemeinschaft. KOLPING INTERNATIONAL fördert durch Bildung und Aktionen die Entwicklung der Mitglieder in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Es gliedert sich in örtliche Kolpingsfamilien und deren Zusammenschlüsse in Diözesan- bzw. Regionalverbände und Zentralverbände (Nationalverbände).

Das Internationale Kolpingwerk ist heute in über 60 Ländern der Erde mit rund 500.000 Mitgliedern vertreten. Der Verband gliedert sich in örtliche Gruppen, die so genannten Kolpingsfamilien. Sie wiederum sind in Diözesan- und Nationalverbänden zusammengefasst. Zur Zeit gibt es etwa 5.000 Kolpingsfamilien weltweit.

Weltweites Netzwerk
Im Rahmen eines weltweiten Netzwerks konzentriert der Bundesverband sein Engagement zurzeit auf drei Partnerländer: Brasilien, Kenia (schwerpunktmäßige Unterstützung der Berufsausbildungszentren Kilimambogo und Nyawita und Uganda; einzelne Kolpingsfamilien und Diözesanverbände sind auch in anderen Ländern sowie im mittel- und osteuropäischen Raum aktiv:  Die Kolpingsfamilie Linz unterstützt Straßenkinder in Nairobi und ein Bildungsprogramm des österreichischen Missionars Franz Windischhofer, der DV Oberösterreich baut Brunnen in Nazaré (Brasilien); Kontakt nach Brasilien pflegen auch der Landesverband Steiermark (Projekt für Straßenkinder) und der Diözesanverband Salzburg, der in der Stadt Floriano ein Kolpinghaus unterstützt; der Wiener Diözesanverband wiederum orientiert sich nach Osten: Kolpingsfamilien in Rumänien, Moldawien und der Ukraine werden mit Mitteln aus einem eigenen „Osthilfe-Konto“ auf dem Weg in die Selbständigkeit begleitet.

Neben den Kolping-Workcamps sind die Methoden der Unterstützung der Projekte so unterschiedlich wie die Kolpingsfamilien selbst: Da gibt es Feste, Buch- und Flohmärkte, Weihnachtsaktionen, ein „Café do Brasil“, private Spenden und Mittel von öffentlichen Stellen. 
Seitens des Bundesverbandes gilt vor allem zwei Kolping-Gruppierungen besonderer Dank: der Kolpingsfamilie Wien-Alsergrund, die den Erlös ihres jährlichen Flohmarktes, und dem Diözesanverband Kärnten, der die Spenden am jährlichen „Kolping-Hilfe-Sonntag“ der gemeinsamen, bundesweiten Entwicklungsarbeit zur Verfügung stellt.

Hilfe zur Selbsthilfe
Kolping Österreich begann mit sein entwicklungspolitisches Engagement mit verschiedenen Arbeitseinsätzen in Brasilien. Im Laufe der Jahre wurden vielfältige Projekte gemeinsam mit den brasilianischen Kolpingleuten verwirklicht: Berufsbildungszentren, Kolpinghäuser, Wasserprojekte, Ziegelwerk, Modell(-Gemüse)-Gärten, Bäckereien, Schuhmanufakturen und anderes mehr.

In den letzten Jahren hat sich der Fokus nach Kenia verlegt, wo Kolping Österreich zwei Berufsausbildungszentren seit ihrer Gründung begleitet. Dabei legen wir darauf Wert, unsere Partner in einer Form zu unterstützen, die ihre  Selbständigkeit fördert. „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet das Motto unserer Entwicklungsarbeit: ein Konzept, mit dem Kolping schon vielen Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu persönlichem und wirtschaftlichem Aufschwung verholfen hat.

Berufsausbildungszentrum Kilimambogo
Das Kolping-Zentrum Kilimambogo, etwa 70 Kilometer von Nairobi entfernt gelegen, ist ein Projekt des kenianischen Kolping-Nationalverbandes; Seit den frühen 1990-er Jahren seither wurden hier mehr als 2.000 junge Frauen und Männer in verschiedensten Handwerks-Berufen ausbildet; das ursprüngliche Angebot: Tischlerei/Zimmerei, Bauhandwerk und EDV, wurde ständig erweitert, den jeweils aktuellen Marktchancen entsprechend. Heute werden in Kilimambogo zusätzlich u.a. auch Tourismus- und Bürokaufleute, KosmetikerInnen, Installateure, KfZ-Mechaniker und Experten für die Reparatur von Mobiltelefonen ausgebildet.

Anfangs von Kolping Österreich geführt, wurde die Verantwortung für das Zentrum im Jahr 1996 offiziell an Kolping Kenia übergeben, seither arbeitet Kolping Kilimambogo unter der Leitung des Direktors des Zentrums, John Mathenge, im Wesentlichen selbsttragend. Dazu wurden, neben den Ausbildungsabteilungen, sog. „Produktionseinheiten“ (production units) ins Leben gerufen, wo das Zentrum seine Dienste auf dem „freien Markt“ anbietet. Ebenso wurde eine „Conference Section“ etabliert, das Zentrum steht also für Firmen und andere Interessenten als Seminar-Veranstaltungsort zur Verfügung, dazu kommen kleinere Aktivitäten, die Einkommen generieren, zB ein Rinderzuchtprojekt, ein „Copy-Shop“ u.a.m.

Berufsausbildungzentrum Nyawita
Das Kolping-Berufsausbildungszentrum Nyawita befindet sich am Rande der Stadt Kisumu im Westen Kenias ganz in der Nähe des Lake Victoria. Seine Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1978, damals gründete der österreichische Priester Johann Kuntner nach den Leitlinien von Adolph Kolping an dieser Stelle zunächst eine Ausbildungsstätte für Schuster. In den 80-er Jahren wurde das Projekt von der Erzdiözese Kisumu und Kolping Österreich um eine Tischler- Maurer- und Kfz-Mechaniker-Ausbildung erweitert. Der Standort ist ideal gewählt zur Unterstützung und Ausbildung von jungen Menschenaus der unterentwickelten und wirtschaftlich vernachlässigten Westregion Kenias. Im jährlichen Auswahlverfahren werden männliche wie weibliche Kandidaten berücksichtigt, ebenso Angehörige verschiedener Volksgruppen und  Glaubensrichtungen. Soweit möglich, werden KandidatInnen aus besonders armen Familien bevorzugt.

Sinnvoll helfen und tragfähige Kontakte knüpfen zu Menschen eines anderen Kulturkreises: Diese attraktive Kombination bieten die Kolping-Workcamps in unseren Partnerländern in Afrika und Lateinamerika. Die Grundidee: Freiwillige aus Österreich reisen zu unseren Projektpartnern und helfen ihnen bei ihren Entwicklungsvorhaben.  Das Geld dafür wird in Österreich gesammelt.

In Brasilien sind auf diese Weise im Laufe der Zeit u.a. Kolpinghäuser, Gesundheitsstationen, Kinderspielplätze, Brunnen, Gemüsegärten, eine Bibliothek, Schusterwerkstätten und einiges mehr entstanden. Bei den zwei jüngsten Einsätzen 2008 und 2010 war Kenia das Ziel der Reise: In der Provinzstadt Kisumu, am Ufer des Viktoriasees gelegen, renovierten zwei Kolping-Teams die Schlaf- und Gemeinschaftsräume unseres Berufsausbildungszentrums Nyawita, wo rund 40 Jugendliche aus ärmsten Verhältnissen zu Tischlern, Mechanikern und Computer-Spezialisten ausgebildet werden; außerdem wurde das Dach ausgebessert und ein Wassertank errichtet.

InteressentInnen für die Teilnahme an einem Workcamp melden sich bei Kolping Österreich: Wolfgang Engelmaier
Bundessekretär
Tel (01) 587 35 420
w.engelmaier@kolping.at