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Einleitung

Kontakt in Echtzeit

Kolping-Bildungstag in Wien zum Thema Entwicklungspartnerschaften betont den Wert grenzüberschreitender Erfahrungen und der Begegnung „von Mensch zu Mensch“.

 

„Stell dir vor“ … du würdest nicht in Österreich leben, sondern irgendwo in Afrika und wärest als Kleinbauer angewiesen auf die kargen Erträge deines kleinen Feldes, und der Regen bliebe aus, deine Vorräte gingen zur Neige und deine Familie würde vor der Alternative stehen, entweder zu hungern oder das Saatgut für das nächste Jahr heuer schon aufzuessen. Stell dir vor, du lebtest in Indien und dein Kind wäre krank und das nächste Krankenhaus mehrere Tagesmärsche entfernt, oder dein Zahn würde sich entzünden, doch kein Arzt weit und breit, sodass du nur die Wahl hast, die Schmerzen zu ertragen oder den Zahn auszureißen – mithilfe einer Zange.

Mit Beispielen wie diesen holte Markus Demele, Generalsekretär von „Kolping International“ und Hauptreferent beim Bildungstag von Kolping Österreich zum Thema „Entwicklungspartnerschaften“ Ende Oktober in Wien, die Realität der ärmeren Länder mitten hinein ins Tagungsgeschehen. Erfolge in der Armutsbekämpfung seien zwar da, stellte er fest, jedoch seien die Menschen in den südlichen Kontinenten stärker als wir im Norden bedroht von Wirtschaftskrisen sowie neuerdings vom Klimawandel und den dadurch verursachten Wetterextremen. Den TeilnehmerInnen an der Tagung stellte er vor Augen, dass sie alle in der „Lotterie der Natur“ einen Haupttreffer gezogen hätten: „Eigentlich leben wir im Schlaraffenland und stehen von daher in der Pflicht, uns für jene, die es weit weniger gut getroffen haben, einzusetzen!“

Die partnerschaftliche Kooperation im Rahmen von Kolping International stellte Demele unter das Motto „Wir glauben an dich!“ Gemäß diesem Wahlspruch des Int. Kolpingwerks gehe es darum, durch die konkrete Zusammenarbeit hier wie da Talente zu wecken und Solidarität zu aktivieren. „Menschen vom Hilfsempfänger zum Engagierten machen, Wachstum im ganzheitlichen Sinne ermöglichen – darum geht es bei der Entwicklungszusammenarbeit, wenn wir den Ideen Adolph Kolpings folgen!“

Kolping-Präsidentin Christine Leopold bezeichnete in ihrem Eröffnungsstatement die Pflege weltweiter Partnerschaften als wichtigen Weg, den Einsatz für die globalen Nachhaltigkeitsziele weiterzuverfolgen, zu dem sich der Kolpingverband verpflichtet hat; ebenso ermunterte sie die Delegierten, den Blick wieder stärker auf die Chancen zu richten, die ein internationaler Verband wie Kolping bietet. Im österreichischen Kolpingverband gebe es viel Engagement in der Einen-Welt-Arbeit, aber auch einen gewissen Mangel an Koordination, sagte sie: „Mit diesem heutigen Tag möchten wir uns wieder stärker in die gemeinsame Arbeit des internationalen Kolpingwerkes einbetten; gleichzeitig wollen wir erreichen, dass sich alle Kolpingsfamilien künftig in irgendeiner Weise in die Eine Welt-Arbeit einknüpfen und die Vorteile nutzen, die darin auch für die Vereinsarbeit liegen.“

Für die künftige Arbeit wurde der Wert der Begegnung hervorgehoben: ob mittels moderner Kommunikationstechniken, die virtuelle Kontakte in Echtzeit ermöglichen, oder in der „guten alten“ persönlichen Form – sei es durch Projektreisen oder Besuche von Partnern in Europa. Inhaltlich solle es bei den Kooperationen wie bisher um „Hilfe zur Selbsthilfe“ gehen sowie um die Deckung von Grundbedürfnissen des Lebens (Wasser, Ernährung, Bildung), ergänzt um zeitgemäße Anliegen wie Frauenförderung und Klimaschutz bzw. Hilfe für die Opfer des Klimawandels in den südlichen Ländern. Ebenso wurde als wichtig erkannt, die Kolping-Kräfte besser als bisher zu bündeln, vor allem auf der Ebene der Diözesanverbände die Vernetzung im Bereich „Eine Welt“-Arbeit voranzutreiben und Anregungen und Materialien von Kolping International intensiver zu nutzen.

 

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