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100 Jahre Kolping Brasilien

Aus der Initiative einiger weniger Einwanderer entstand ein Verband, der die gesamte Nation umfasst und auch international in der ersten Reihe steht.

Gruppenbild mit Priestern und Ministranten

Mit einem dreitägigen Festreigen (21. bis 23. Juni) im Kolpinghaus Brooklin, einem Stadtteil von São Paulo, hat das brasilianische Kolpingwerk sein 100-Jahr-Jubiläum begangen. Über 300 Personen aus verschiedenen brasilianischen Bundesstaaten, weiters aus Deutschland, Chile und Uruguay nahmen daran teil. „Mit dieser Feier wollen wir an das einzigartige Datum unserer Geschichte erinnern, als am 22. Juni 1923 der erste Same gepflanzt wurde, aus dem unsere Institution entstanden ist“, so Nationalvorsitzender Sinesio Luiz Antonio, der die Gründungsphase als eine Zeit beschreibt, „in der die ersten Mitglieder die Ideale Adolph Kolpings mitbrachten, um sie hier zu verbreiten und den Menschen zu verkünden.“

Bei der Eröffnungsfeier standen die Grußworte der Ehrengäste, darunter der Diözesanbischof von Osasco-SP, Dom Frei João Bosco Barbosa de Sousa, und eine Tanzvorführung im Mittelpunkt, bei der die Regionen Brasiliens, in denen Kolping aktiv ist, und ihre Aktivitäten künstlerisch dargestellt wurden. Am zweiten Tag begann das Programm mit einem Impuls namens „Tunnel der Zeit“, bei dem sechs langjährige Mitglieder von ihren Erfahrungen Kolping zu berichteten. Anschließend wurde die Dokumentation „100 Jahre Kolping Brasilien“ vorgestellt, die die Geschichte des Vereins anschaulich macht. Einer der emotionalsten Momente der Jubiläumsfeier war die Ehrung von Kolping-Führungskräften der letzten Dekaden, darunter Langzeit-Präses Monsignore Paulo Link.

Am Nachmittag fand eine Gruppenarbeit mit den Gästen statt, gefolgt von einer heiligen Messe und einem festlichen Abendessen begleitet, das von der Präsentation der Volkstanzgruppe Edelweiss eingeleitet wurde. Außerdem gab es eine glanzvolle Theater-Aufführung der Kolping-Community Vila São José de Osasco-SP. Zum Abschluss gab es eine Festtagstorte.

Anlässlich des runden Jubiläums hatte sich auch Kolping Österreich in die Schar der Gratulanten eingereiht: „Seit einem Jahrhundert setzt sich Kolping Brasilien dafür ein, das Leben von Menschen nach den Ideen Adolph Kolpings zu gestalten und zu verbessern. Aus kleinen Anfängen in den 1920-er Jahren, als einige wenige Einwanderer die ersten Kolpingsfamilien gründeten, ist ein Verband entstanden, der die gesamte Nation umfasst und auch auf kontinentaler wie internationaler Ebene Bedeutung hat“, heißt es in einem von Präsidentin Christine Leopold und Bundespräses Gerald Gump unterzeichneten Schreiben an die Verantwortlichen.

Seit den 1970-er Jahren sei die Verbundenheit zwischen Kolping Österreich und Kolping Brasilien besonders eng, wird in dem Brief weiter ausgeführt; am deutlichsten sei dies zutage getreten bei der gemeinsamen Planung und Durchführung mehrerer Arbeitseinsätze, im Zuge derer Kolpinghäuser, Spielplätze, Gartenanlagen und Einrichtungen zur Wasserversorgung geschaffen wurden. Genauso wichtig wie die verwirklichten Projekte seien jedoch der persönliche Kontakt und das gegenseitige Verständnis gewesen, die durch die Workcamps gefördert wurden: „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass bei diesen Arbeitseinsätzen Freundschaften fürs Leben geschlossen wurden; manche der damals geschaffenen Verbindungen haben bis heute gehalten. Und noch heute sind wir dankbar für das, was wir in der Begegnung mit den Mitgliedern von Kolping Brasilien lernen konnten – von eurer Herzlichkeit und Gastfreundschaft, eurem Sinn für die Familie, eurem Mut, Neues ins Auge zu fassen, und von der spannenden und intensiven Art, wie ihr unseren gemeinsamen Glauben lebt und mit sozialem Engagement zu verbinden wisst.“

Leopold und Gump erinnern in ihrem Schreiben ebenfalls an den Langzeit-Präses des brasilianischen Kolpingwerks Paolo Link, der die Begeisterung und Einsatzfreude, mit der die Mitglieder in Brasilien im Verband tätig sind, wesentlich geprägt habe; und so sei es nicht verwunderlich, dass Kolping Brasilien es auch im hundertsten Jahr seines Bestehens umfangreiche und immer neue Aktivitäten entfaltet – teilweise immer noch mit Unterstützung der europäischen Verbände, jedoch in einer gewandelten Form, in der Partnerschaft und Kooperation im Vordergrund stehen. „Wir sind zuversichtlich, dass Kolping Brasilien auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, wenn es darum geht, das Leben von Menschen zu verbessern und engagiert mitzubauen an einer nach den Prinzipien der Gerechtigkeit und der Nachhaltigkeit gestalteten Welt“, schließt das Schreiben.

Projektaufruf: „Mit Nadel und Faden“

Darstellung der Geschichte des brasilianischen Kolpingwerks

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