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Menschenwürdige Arbeit durchsetzen

Impuls von Kolping International zum 1. Mai

„Der größte Teil der Arbeiter verdient gegenwärtig … mal das tägliche Brot. Der Arbeitslohn ist seit Jahr und Tag immer tiefer gesunken; wie oft müdet [!] eine Familie die ganze Woche ab … und der Arbeiter duldet, leidet, schweigt, will er sich die Schlinge, welche ihm die unseligen Verhältnisse um den Hals geworfen, nicht noch fester anziehen. (…) Ich sage es nochmal: Unsere heutige Industrie ist raffinierter kalter Egoismus, wie er kaum schlimmer in der Welt gewesen.“

Vor genau 170 Jahren erschienen diese Worte des Seligen Adolph Kolping: fast 50 Jahre vor der ersten Sozialenzyklika eines Papstes („Rerum Novarum“). Noch immer werden weltweit Millionen von Menschen gezwungen, zu einem kläglichen Lohn und unter ausbeuterischen Bedingungen zur arbeiten. Moderne Sklaverei, etwa in der Textilproduktion oder in der Landwirtschaft, sowie die Zerstörung von Umwelt und Lebensgrundlagen beim Rohstoffabbau prägen immer noch den Alltag im globalen Wirtschaftsgeschehen. Weltweit schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) die Anzahl „moderner Sklaven“ auf über 40 Millionen.

KOLPING INTERNATIONAL fordert die Einhaltung der Standards menschenwürdiger Arbeit, wie sie in den Kernarbeitsnormen der ILO als verbindliches Völkerrecht festgeschrieben sind. In allen Ländern der Welt müssen diese Rechte nicht nur national ratifiziert, sondern auch durchgesetzt werden. Dazu bedarf es flächendeckender Systeme von Arbeitsinspektionen.

Waren aus Ländern, in denen die Kernarbeitsnormen nachweislich nicht eingehalten werden, in denen Menschen unter Zwang arbeiten, in denen ihnen die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf kollektive Tarifverhandlungen nicht gewährt wird, in denen ausbeuterische Kinderarbeit und Diskriminierungen bei der Arbeit nicht geahndet werden, dürfen nicht mehr unbeschränkt international gehandelt werden.

Fast alle Länder der Erde haben sich im Jahr 2015 zur Umsetzung der „Nachhaltigen Entwickungsziele“ (SDGs) bis 2030 verpflichtet. Im Ziel Nr. 8 wird wiederholt ein Bekenntnis zur Durchsetzung menschenwürdiger Arbeit weltweit formuliert. Menschenwürdige Arbeit muss jetzt einklagbar durchgesetzt werden! Arbeitsgesetze ohne Arbeitsinspektionen, Schutzsiegel ohne Kontrollen sind wertlos und haben in den vergangenen Jahrzehnten keine hinreichenden Verbesserungen bewirkt.

Kolpingverbände in über 60 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa setzen sich in der Tradition des Seligen Adolph Kolping für die Rechte von arbeitenden Menschen ein – für ihre Würde, weltweit.

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