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Signale der Solidarität

Statement der Präsidentin zur „Corona“-Krise

Statement der Präsidentin zur „Corona“-Krise

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer unseres Verbandes, liebe MitarbeiterInnen,

nun sind wir also mitten drinnen im „Corona-Modus“. Die Anfangsaufgaben haben wir gut bewältigt: sowohl in den Jugendwohnhäusern, die sich infolge der Regierungsmaßnahmen weitgehend geleert haben, als auch in jenen Einrichtungen, in denen Betreuung, Beratung, Krisenunterbringung oder Pflege geleistet wird.

Wir arbeiten weiterhin mit aller Kraft daran, die Funktionsfähigkeit unserer Einrichtungen optimal zu gewährleisten. Für die Verantwortlichen bedeutet das, jede Menge Detailfragen zu klären: Wie teilen wir die Betreuungsteams auf, sodass im Fall der Quarantäne eines Teams noch andere Mitarbeiterinnen für unsere BewohnerInnen einspringen können? Wie viele Isolationszimmer können wir anbieten, und wo? Wie kommen wir an Schutzbekleidung, wie schützen wir MitarbeiterInnen, die selbst einer Risikogruppe angehören, wie können MitarbeiterInnen, die in ihrem eigenen Bereich momentan weniger Aufgaben zu erfüllen haben, in einem anderen Bereich vorübergehend aushelfen u.a.m. Nur ein Beispiel, um zu zeigen, wie kreativ hier vorgegangen wird:  In Mistelbach unterstützen die MitarbeiterInnen des SchülerInnen-Wohnheims, die momentan keine SchülerInnen zu betreuen haben, die KollegInnen der sozialpädagogischen Kinderwohngemeinschaft (KIWOGE), die im „Vollbetrieb“ weiterläuft. Ebenso wurden im Kolpinghaus Mistelbach Isolierzimmer eingerichtet, sollten vom benachbarten Wohnhaus für Menschen mit Behinderung solche benötigt werden.

Parallel dazu muss auch die mittelbare Zukunft in den Blick genommen werden: Hier geht es zuvorderst um die Frage, welche Maßnahmen wir in jenen Bereichen setzen müssen, die derzeit geschlossen sind. Es ist ja völlig ungeklärt, wann unsere Jugendwohnhäuser ihren Betrieb wieder aufnehmen können, und solange der Schulbeginn nicht klar ist, befinden sich die Häuser in einer sehr prekären Lage bzw. kommen auch an ihr Limit. Deswegen gilt es gegenzusteuern. Die Festlegung seitens des Bildungsministeriums, dass Eltern keine Internatsbeiträge für Bundeskonvikte mehr bezahlen müssen, hat uns keinen guten Dienst erwiesen, da Eltern nun fälschlicherweise annehmen, dass dies auch für unsere Internate gilt. Wir haben die Heimbeiträge zwar stark reduziert, jedoch uns auch gleichzeitig an den Bildungsminister gewandt mit dem Appell, auch für private Heimträger gleiche Lösungen zu ermöglichen. Bisher konnten Kündigungen vermieden werden, jedoch wurde in einigen Jugendwohnhäusern mit den MitarbeiterInnen die Kurzarbeit bereits vereinbart.

Ich möchte an dieser Stelle allen MitarbeiterInnen meinen herzlichen Dank aussprechen: jenen, die in unseren Pflegeheimen und in unseren vielen Betreuungseinrichtungen ihre so wertvolle Arbeit leisten, und jenen, die mit großem Verständnis unsere Maßnahmen mittragen, die die wirtschaftliche Situation jener Häuser sichern sollen, die von den Schulschließungen betroffen sind.

Gottseidank gibt es eine gut funktionierende Abstimmung und Kommunikation untereinander; wo Fragen des täglichen Lebens auftauchen oder Probleme zu lösen sind; wer kann, hilft dem anderen, auch wenn die Geschäftsfelder oftmals ganz unterschiedlich sind.

Und nicht nur aus den Häusern, auch aus den Kolpingsfamilien erhalten wir ermutigende Signale: Überall zeigen Kolping-Mitglieder Solidarität mit anderen, die in dieser Krise besondere Unterstützung benötigen. Die technisch Versierteren kommunizieren über neue Medien, andere halten telefonisch Kontakt miteinander. Älteren Mitgliedern wird geholfen bei Einkäufen oder anderen Erledigungen. So können jene, die durch die Ausbreitung des Corona-Virus verunsichert oder in ihrem Aktionsradius stark eingeschränkt sind, Gemeinschaft erfahren, sich wahrgenommen fühlen und konkrete Hilfe in Anspruch nehmen. Ihrerseits können vielleicht gerade unsere älteren Mitglieder oder jene, die aus gesundheitlichen Gründen stärker isoliert sind, unsere Arbeit in den Häusern mit ihrem Wohlwollen, guten Gedanken und dem einen oder anderen Gebet begleiten.

„Der Mut wächst, je höher die Hindernisse sind“, sagte einst Adolph Kolping. Mit dieser Einstellung ist unser Verein 170 Jahre alt geworden und hat alle schwierigen Situationen gemeistert: die Industrialisierung, zwei Weltkriege, den Wiederaufbau, den Wandel vom Handwerkerverein zum Sozialverband. Wenn wir uns diese lange Geschichte vor Augen halten, wissen wir, dass wir auch diese bewegte Zeit bewältigen werden!

 

Mit freundlichen Grüßen

KR Mag.a Christine Leopold,
Präsidentin „Kolping Österreich“

 

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