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Nachlese zur Bundeskonferenz und zum Bildungstag „Entwicklungspartnerschaften bei Kolping“

Bundeskonferenz und Bildungstag „Entwicklungspartnerschaften bei Kolping“

Vor gut 50 Jahren hat das damals aus fast nur europäischen Ländern bestehende Kolpingwerk beschlossen, sich über die Grenzen unseres Kontinents hinauszuwagen und professionelle Entwicklungszusammenarbeit zu beginnen. Österreich hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt, denn in Salzburg war der Bundesverband Gastgeber für eine internationale Versammlung, bei der die entscheidenden Beschlüsse fielen. Zum „runden Jubiläum“ fand am 18./19. Oktober – diesmal in Wien – ein Kolping-Bildungstag statt mit dem Ziel, heute gangbare Wege für die Gestaltung von Entwicklungspartnerschaften im Namen Kolpings zu erkunden. Knapp einhundert Kolping-Verantwortliche aus ganz Österreich nahmen daran teil.

Hauptreferent Markus Demele, der Generalsekretär von Kolping International, lenkte in seinem Impulsreferat den Blick auf die Tatsache, dass weltweite Partnerschaften heute nicht mehr, wie es früher vorkam, von einem Gefälle zwischen „Gebern“ und „Nehmern“ geprägt sind, sondern ganz im Zeichen der Begegnung und des Austauschs stehen, sodass beide Seiten bereichert werden und hier wie dort das Bewusstsein wächst, dass alle zusammen eine Gemeinschaft bilden, deren Mitglieder sich gegenseitig stärken bei der Bewältigung der „Nöte“ und Aufgaben unserer Zeit.

Kolping-Mitglieder in den reichen Ländern seien in besonderer Weise verpflichtet, sich im Dialog zu engagieren, so Demele: „Wir haben in der Lotterie, wer wo geboren wird, den Haupttreffer gezogen; verglichen mit anderen Regionen leben wir im Schlaraffenland, und von daher stehen wir in der Pflicht, uns einzusetzen für jene, die nicht so viel Glück haben wie wir.“

Die partnerschaftliche Kooperation im Rahmen von Kolping International stellte er unter das Motto „Wir glauben an dich!“ Gemäß diesem Wahlspruch gehe es darum, hier wie da Talente zu wecken und Solidarität zu aktivieren. „Menschen vom Hilfsempfänger zum Engagierten zu machen, Wachstum im ganzheitlichen Sinne zu ermöglichen – darum geht es bei der Entwicklungszusammenarbeit, wenn wir den Ideen Adolph Kolpings folgen!“

Kolping-Präsidentin Christine Leopold berief sich in ihrem Eröffnungsstatement auf Papst Franziskus und seine Forderung, alle Menschen müssten einen Beitrag leisten in der globalen Anstrengung, eine bessere, fairere und nachhaltigere Welt zu schaffen: „Kolping Österreich stellt sich dieser Aufgabe, sehr bewusst seit der Bildungskonferenz 2017 in Innsbruck, wo wir uns als Verband zum Einsatz für einen nachhaltigeren Lebensstil verpflichtet haben“, stellte sie fest; ein wichtiger Weg, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu verwirklichen, dass sei damals schon deutlich geworden, sei die Pflege weltweiter Partnerschaften, die gegenseitige Befruchtung und Kooperation über die Grenzen der Länder und Kontinente hinweg „im Bewusstsein, dass unser Handeln, aber auch das Nicht-Handeln weltweite Konsequenzen hat und dass wir gemeinsam einfach mehr erreichen können.“

Im Vorfeld des Bildungstages wurde auch die diesjährige Bundeskonferenz von Kolping Österreich abgehalten, in der die Präsidentin über das vergangene Arbeitsjahr berichtete und die Wirtschaftsabschlüsse präsentiert und beschlossen wurden. Ebenso wurde im Rahmen dieser Sitzung ein neuer Bundesjugendleiter gewählt: Benjamin Purner, bisher Stellvertreter der Bundesjugendleiterin, trat die Nachfolge von Lucia Reisner an, die dieses Amt seit 2015 inngehabt hatte, zu seinem Stellvertreter wählten die Delegierten Lukas Werkl, den stv. Jugendleiter der Kolpingsfamilie Klagenfurt-Zentral. Lucia Reisner wurde ebenso wie der scheidende Leiter der „Gruppe Kolping“ des Diözesanverbandes Tirol, Andreas Kirchebner, mit dem Silbernen Ehrenzeichen, der langjährige Vorsitzende des Diözesanverbandes Kärnten Reinhard Taferner mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Bundesverbandes ausgezeichnet.

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