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Trauer um Prälat Heinrich Festing

Langjähriger Generalpräses von Kolping International im Alter von 91 Jahren verstorben

Die internationale Kolping-Gemeinschaft trauert um Prälat Heinrich Festing; der frühere Generalpräses ist am 20. April im Alter von 91 Jahren verstorben. Festing hat während seiner 30-jährigen Amtszeit (1972 bis 2002) die Kolpingarbeit weltweit tiefgreifend geprägt, stand für die Ausbreitung des Verbandes auf allen Kontinenten mit heute mehr als 400.000 Mitgliedern in über 60 Ländern der Erde. Zu den größten Errungenschaften der Ära Festing als Generalpräses zählt auch die Seligsprechung Adolph Kolpings 1991 in Rom.

Beginnend mit der „Aktion Brasilien“ ab den frühen 1970-er Jahren hat Festing mit Mitstreitern wie dem langjährigen Generalsekretär Hubert Tintelott oder dem 2015 verstorbenen Bundespräses von Kolping Österreich, Ludwig Zack, die globale Verbreitung des Kolpingwerks unermüdlich vorangetrieben und die Gründung zahlreicher Kolping-Nationalverbände in Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien auf den Weg gebracht. Neben seinen Verpflichtungen als Generalpräses war Festing auch als Bundespräses des deutschen Kolpingwerks, zahlenmäßig der weltweit weitaus größte Nationalverband, sehr präsent. Im nach dem Zweiten Weltkrieg geteilten Deutschland gab es auf dem Gebiet der DDR 175 Kolpingsfamilien, die offiziell keine Verbindung zum Deutschen Zentralverband und zum internationalen Kolpingwerk pflegen durften. Doch Festing ließ den Kontakt niemals abreißen – ein Engagement, das nach der Wiedervereinigung Deutschlands reiche Früchte trug.

1930 geboren, wuchs Heinrich Festing in bäuerlicher Umgebung auf und erlernte zunächst das Tischlerhandwerk. Vier Jahre arbeitete er als Geselle, dann holte er – wie einst Adolph Kolping – die Matura nach und begann 1956 sein Theologiestudium. Schon in der Jugendarbeit hatte er sich für Kolping begeistert und auch anhand seines eigenen Lebensweges erkannt, wie viel der Mensch erreichen kann, wenn er sich weiterentwickelt. Ab 1961 als Diözesanpräses in Paderborn tätig, wurde Festing 1972 zum Generalpräses des Internationalen Kolpingwerkes und zum Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland gewählt. Seine Amtszeit als Bundespräses endete mit der Ämtertrennung im Jahr 1996, seine Amtszeit als Generalpräses nach viermaliger Wiederwahl 2002.

„Noch bei unserem letzten Zusammentreffen im Februar begegnete ich einem hellwachen und interessierten Heinrich Festing, der mit seiner Herzlichkeit und seiner Person das vermittelte, was Kolping ausmacht: generationenübergreifend weltweit eine Familie zu sein“, würdigt Generalpräses Christoph Huber seinen Vorgänger. Betroffen zeigt sich auch Christine Leopold, Präsidentin von Kolping Österreich: „Mit Heinrich Festing verliert unser Verband eine großartige Führungspersönlichkeit und einen Freund, der die Entwicklung unseres Nationalverbandes und speziell die soziale Ausrichtung unserer Arbeit stets mit Interesse und Sympathie begleitet hat.“

Das Totengebet findet am Mittwoch, dem 27. April 2022, um 18.00 Uhr in der St. Michael-Kirche zu Falkenhagen in Lügde statt. Es besteht von 17.00 – 17.45 Uhr die Möglichkeit zur offenen Abschiednahme. Das Requiem wird am Donnerstag, dem 28. April. 2022, um 14.00 Uhr in der St. Marien-Kirche zu Lügde gefeiert. Die Beisetzung findet anschließend auf dem Friedhof in Sabbenhausen statt.

Als letztes Zeichen der Verbundenheit hat der Verstorbene anstelle von Blumen und Kränzen um eine Spende für die Kolping-Entwicklungszusammenarbeit gebeten: „Kolping International Cooperation e. V.” IBAN: DE74 4006 0265 0001 3135 00, Stichwort: Prälat Festing.

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