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Zukunft in der Heimat

Interview mit Erard Çurçija, dem Bundessekretär des Kolpingwerks Albanien

Das Kolpingwerk Albanien organisiert verschiedene Kurse für und zur Förderung von Frauen und Jugendlichen in Albanien.

Mit dem Erlös eines Verkaufsstands am Bregenzer Weihnachtsmarkt fördert die Kolpingsfamilie Bregenz die Entwicklung des Kolpingverbandes in Albanien. Im Gespräch mit Richard Winder, dem Vorsitzenden der KF Bregenz, schildert der Bundessekretär des albanischen Kolpingwerks, Erard Çurçija, die wichtigsten Herausforderungen für die Kolpingarbeit in einem der ärmsten Länder Europas.

Ihr engagiert euch in der Sozialarbeit in eurer Region. Was sind in Albanien derzeit die größten gesellschaftlichen Herausforderungen?

Kolping Albanien besteht aus 3 Kolpingsfamilien: Shkoder, Gjegjan und Kallmet, zwei weitere sind im Entstehen. Im gesellschaftlichen Leben verpflichtet sich Kolping Albanien folgende soziale Aktivitäten umzusetzen: Ausbildungskurse für junge Leute (Englisch, Deutsch, Italienisch, Computer), Hilfe für Menschen in Not, indem wir monatliche Lebensmittelpakete zur Verfügung stellen, ein Frauenprojekt, sowie die Vergabe von Mini-Zuschüsse für Familien in entlegenen Gebieten, um kleine wirtschaftliche Aktivitäten zu starten.

Was macht ihr in den Ausbildungsprogrammen, die ihr für Jugendliche und Frauen organisiert?

Neben Sprachkursen und Computerkursen bieten wir auch Einheiten an, die zum Beispiel das persönliche Auftreten verbessern sollen, oder Gesundheitskurse für Frauen inklusive Themen wie Kinderbetreuung, Frauen- und Kinderrechte u.a.m.

Mit welchen Schwierigkeiten kämpft ihr bei eurer Arbeit?

Die größte Schwierigkeit, die wir jetzt begegnen, ist die Tatsache, dass viele junge Leute Albanien verlassen und es werden leider täglich mehr. Eine andere Schwierigkeit betrifft die wirtschaftliche Komponente von des „Kolping Centers“ in der Stadt Shkodér, wo wir in Konkurrenz stehen zu vielen neuen Bars oder Restaurants, die ähnliche Dienste wie wir anbieten, aber in gemütlicher Atmosphäre und mit guter Ausstattung. In unserem Haus, das 2002 errichtet wurde, ist seit vielen Jahren nichts mehr modernisiert worden, was die Einnahmen schmälert. Früher verwendeten wir einen Teil des Einkommens aus der Gastronomie für soziale Aktivitäten und unterstützten arme Familien. Da wir immer weniger einnehmen, sind wir auch gezwungen, diese Unterstützung zu reduzieren.

Warum ist euer Engagement in eurer Region so wichtig?

Wir sind eine katholische Organisation und haben eine starke Verbindung zur Kirchenstruktur. Der Norden hat die größte Anzahl von Katholiken in Albanien, dadurch ist Kolping ein wichtiges Zentrum für Katholiken.

Was braucht ihr am dringendsten? Wie kann Kolping Bregenz euch dabei konkret unterstützen?

Wir denken, eines der wichtigsten Probleme, mit denen Kolping Albanien konfrontiert ist, ist das Gewinnen neuer Mitglieder. In wirtschaftlicher Hinsicht sind Investitionen im Kolping Center in Shkoder wesentlich, damit wir im Foyer und im Restaurant des Hauses ein behagliches Ambiente und ein besseres Service anbieten können. Auch soziale Projekte, die die Beschäftigung junger Leute fördern, sind sehr wichtig, da diese Projekte, neben der Beschäftigung, die jungen Leute anregen würden, in ihrer Heimat die Zukunft zu sehen und nicht im Ausland.

Herzlichen Dank für das Gespräch!


Ergänzung: In einem ersten Schritt hat die Kolpingsfamilie Bregenz Renovierungsarbeiten im Kolpinghaus Shkodér mit € 1.725,- unterstützt; das Referat „Soziales“ plant, mithilfe eines Basars anlässlich des Kolpingtages und beim diesjährigen Bregenzer Weihnachtsmarkt weitere Fördermittel einzuwerben.
 

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