Zum Seiteninhalt

Kolping Europa: Kontinentalversammlung tagte in Wien

Treffen mit Sprengstoff: Die Kontinentalversammlung des Europäischen Kolpingwerkes tagte in Wien

Für ein Wochenende war Wien der Nabel Europas – zumindest aus Kolping-Sicht: Rund 45 Delegierte aus fast 20 Mitgliedsstaaten des Europäischen Kolpingwerkes hielten von 20. - 22. Mai hier ihre jährliche Kontinentalversammlung ab. Diese ist das Leitungsgremium des Kolpingverbandes auf europäischer Ebene.

Neben den Berichten der Europavorsitzenden und des Europapräses und der Befassung mit Struktur- und Statutenfragen befassten sich die Delegierten in einem Bildungsteil mit dem Thema „Generationen in Gemeinschaft“. Die Frage des Älterwerdens und der Vereinsamung im Alter stellt in praktisch allen Ländern Europas eine große Herausforderung dar, der sich der Kolpingverband mit unterschiedlichen Ansätzen stellt, von Vereinsangeboten und Besuchsdiensten über die „Pflege daheim“ bis hin zu speziellen Einrichtungen für ältere Menschen. Kolping Österreich präsentierte bei dieser Gelegenheit das Konzept der beiden Kolpinghäuser „Gemeinsam leben“ in Wien, in denen pflegebedürftige Menschen und Mütter mit Kindern unter einem Dach zusammenleben. Einen Nachmittag lang konnten die Gäste aus Europa das Betreuungskonzept aus nächster Nähe miterleben, indem sie in verschiedenen „Aktivgruppen“ mitmachten, zum Beispiel in der Gartengruppe, einer Singgruppe oder bei einem Match in der Sportart „Sitzfußball“, bei dem die meisten Mitspieler im Rollstuhl agieren.

Außerdem befassten sich die Delegierten von Kolping Europa mit der aktuellen Flüchtlingskrise – eine Herausforderung, die, so Europapräses Josef Holtkotte, nur gemeinsam zu bewältigen sei. Statt Furcht vor den Flüchtenden sollte der Wille im Vordergrund stehen, sie ihrer Würde entsprechend zu behandeln; als Beispiel nannte er die biblischer Figur des Barmherzigen Samariters.

Im Rahmen der Tagung wurden auch zwei österreichische Europa-Politiker geehrt, die das Miteinander auf dem Kontinent über Jahre mitgestaltet haben: Othmar Karas, Abgeordneter und Vizepräsident a.D. des Europ. Parlaments, und der ehemalige Generalsekretär des Europarats Walter Schwimmer. Karas zitierte in seinen Dankesworten den Gründer des Kolpingverbandes, Adolph Kolping: „Tue jeder an seinem Platz das Beste, bald wird es in der ganzen Welt besser werden!“ und beeindruckte mit einer ebenso knappen wie sprechenden Definition des in der Kath. Soziallehre verankerten Subsidiaritätsprinzips: „Wir lassen niemanden allein, der sich allein nicht helfen kann.“  In Zeiten wie diesen ein Grundsatz mit Sprengstoff. 

Zurück zur Übersicht
Kontakt & Adressen