Mit einem Festakt und rund 200 Gästen hat Kolping Österreich Christine Leopold für ihr Wirken als Präsidentin seit 2006 gedankt. Die Bundeskonferenz vom 9. bis 11. Oktober im Kolpinghaus Wien-Alsergrund stand im Zeichen der Übergabe an ihren Nachfolger Wolfgang Engelmaier und der Frage, wie Kolping seinen christlichen Auftrag angesichts aktueller gesellschaftlicher Veränderungen gestalten kann.
Beim Festakt mit Kolping-Generalpräses Christoph Huber wurden zentrale Entwicklungen unter Leopolds Führung gewürdigt. Dazu zählen der Bau und die Sanierung zahlreicher Kolpinghäuser und Sozialeinrichtungen sowie die Verdopplung der Zahl der hauptamtlichen Beschäftigten auf über 800. Internationale Grußbotschaften unterstrichen ihren Einsatz für die weltweite Kolping-Gemeinschaft.
In ihrer Dankesrede knüpfte Leopold an Verbandsgründer Adolph Kolping an und stellte die Würde des Menschen, Selbstverantwortung und Solidarität in den Mittelpunkt. Gemeinschaften wie Kolping leisteten gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt. An ihren Nachfolger Wolfgang Engelmaier übergab sie sieben Symbole für sein künftiges Wirken: eine Kapitänsmütze, ein Maßband, einen Schlüssel, ein Statutenheft, eine Schreibfeder, eine Gitarre und eine Kerze; dieser bezeichnete seine Vorgängerin als „Vorbild – menschlich, fachlich, in jeder Hinsicht“ und zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft des Kolping-Verbandes in Österreich, weil er, auf der Grundlage einer gemeinsamen Idee, von vielen engagierten Menschen getragen werde.
Im Rahmen eines Bildungstages widmeten sich die Konferenzteilnehmer*innen drei drängenden Fragen der Zeit. Die Ökonomin Sigrid Stagl erläuterte, warum eine sozial-ökologische Transformation sowohl für den Klimaschutz als auch wirtschaftlich notwendig sei. Der Theologe und Mediziner Matthias Beck beleuchtete die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz und warnte davor, das eigenständige Denken an KI-Systeme abzugeben.
Der Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer richtete den Blick auf Sinn und Orientierung aus christlicher Perspektive. Ausgehend vom biblischen Aufruf „Werdet wie die Kinder!“ ermutigte er dazu, Neugier, Begeisterung und Offenheit zu bewahren und so den eigenen Lebenssinn neu zu entdecken.
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© Kolping Österreich | Fotografin Evelyn Binder
Mag.a Christine Leopold, Ehrenpräsidentin Kolping Österreich; Mag. Wolfgang Engelmaier, Präsident Kolping Österreich
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Christina Wieser, M.Sc.
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