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„Damals, 1852“ – Zeittafel zur Gründung der ersten Kolpingsfamilien in Österreich

Zahlen und Fakten zur Gründung der ersten fünf Kolpingsfamilien in Österreich

1848/49: Im Jahr 1848 kommt es – als Folge der „März-Revolution“, zur Festschreibung des freien Vereinigungs- und Versammlungsrechts in der Verfassung der Monarchie. Bereits am 25. Okt 1848 erfolgte die Gründung eines Linzer Katholikenvereins, andere katholische Vereine folgten: 1849 ein wohltätiger Frauenverein, 1850 ein „Vizenz-Verein“ und ein Arbeiter-Hilfsverein für Männer und Frauen. In dieser Tradition stehen auch die wenig später gegründeten Kath Gesellenvereine

1850: Erste Bestrebungen von Stadtpfarrer Josef Plersch, in Steyr einen Verein „für Gesellen und Hülfsarbeiter“ zu gründen.

1851: Gründung des ersten Kath. Gesellenvereins auf dem Boden der Monarchie in Olmütz; Emanuel David, Schriftleiter des „Mährischen Kirchenblatts“, berichtet darüber und übersiedelt 1852 nach Salzburg, wo er bei Josef Anton Schöpf, einem Priester und Universitätsprofessor, zur Untermiete einzieht. Gemeinsam laden sie Adolph Kolping nach Österreich ein.

1852

21. März 1852:Gründung des Kath. Gesellenvereins Linz mit 37 Gesellen durch den Religionsprofessor Max Pamesberger auf Anregung des Linzer Katholikenvereins

21. März: Als Ergebnis einer „Graswurzelinitiative“ von Handwerksgesellen aus Steyr kommt es zu einer Zusammenkunft unter der Leitung von Jakob Irk, Oberlehrer einer Pfarrschule in der Vorstadt, den viele der Gesellen aus ihrer Schulzeit kannten, im Gasthof „zum Goldenen Stern. Die Gesellen kommen überein, wöchentlich 6 Kreuzer Mitgliedsbeitrag zu zahlen.

2. Mai 1852: Gründungsfest des Linzer Gesellenvereins.

7. Mai: Adolph Kolping trifft, von München kommend, in Innsbruck ein.

9. Mai 1852: In einem Zimmer des „Goldenen Dachl“-Gebäudes hält Kolping einen Vortrag über die Ziele der Gesellenvereine. 66 Gesellen treten vor, um sich als Mitglieder zu melden. Diese Zusammenkunft gilt als offizielles Gründungsdatum der Kolpingsfamilie Innsbruck.

12. Mai 1852: Adolph Kolping reist nach Salzburg weiter. Es gibt eine Versammlung im zentral gelegenen „Gasthof zum Elefanten“. Kolping hält eine „zündende Rede“, ein Dutzend gewerblicher Gehilfen erklärt sich zum Beitritt in den neuen Verein bereit. Dies gilt als der offizielle Gründungsakt der Kolpingsfamilie Salzburg-Zentral.

18. Mai: Adolph Kolping reist nach Linz weiter und spricht dort im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung des Vereins zu den Gesellen.

20. Mai: Ankunft Kolpings in Steyr

21. Mai 1852: Plenarversammlung des „Steyrer Katholikenvereins“ in der Margareten-Kapelle,
im Anschluss daran wird der Steyrer Gesellenverein mit 54 Mitgliedern aus der Taufe gehoben. Kurz darauf wird in der Vorstadt Steyrdorf ein Vereinslokal angemietet.

25. Mai: Kolping besteigt in Linz ein Dampfschiff und fährt nach Wien. Dort nimmt er Quartier beim Hofrat Schmidt, Arzt der Erzherzogin Sophie

Vorgeschichte der Gründung des Gesellenvereins in Wien: Nach 1848 waren einige „Severinusvereine“ entstanden mit dem Zweck, „katholische Politik“ zu fördern. Der Priester Anton Gruscha hatte sich diesem Verband angeschlossen und nahm wenig später von den von Kolping gegründeten Gesellenvereinen Notiz, über die er für den Severinsverein einen Bericht verfasste. Diesen Bericht wiederum nahm Kolping in Köln zur Kenntnis, worauf er über den Severinsverein brieflich Kontakt mit Gruscha aufnahm und einen baldigen Besuch in Wien ankündigte. Dort hatte er schon eine Kontaktperson in Hofrat Schmidt, Arzt der Erzherzogin Sophie, der schon länger in Wien für Kolpings Ideen geworben hatte.

28. Mai: Kolping besucht Anton Gruscha und gewinnt ihn als Präses.

30. Mai (Pfingstsonntag): Öffentliche Rede Kolpings im Musikvereinssaal (damals noch in den Tuchlauben), in der er das Konzept der Gesellenvereine vorstellt

31. Mai: Versammlung zur Gründung eines Kath. Gesellenvereins in Anwesenheit von Kolping in der vom Schottenkloster betriebenen Gumpendorfer Pfarrschule in der (Ketten-)Brückengasse 3; insg. 39 Gesellen lassen sich als Stamm-Mitglieder einschreiben.

31. Mai 1852: Konstituierende Versammlung des Kath Gesellenvereins Innsbruck (in Abwesenheit von Adolph Kolping, der an diesem Tag in Wien weilt);

20. Juni 1852: Abschiedsrede Kolpings im Gesellenverein in der Mariahilfer Vorstadt. 

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