Als „Weißes Gold“ wird Milch aufgrund ihrer vielen nahrhaften Inhaltsstoffe oft bezeichnet – in Indien bietet die Haltung von Milchvieh immer mehr Mitgliedern von Kolpingsfamilien, in der Mehrzahl Frauen, die Chance, ihre Familien besser zu versorgen. Die meisten von ihnen leben in abgelegenen, ländlichen Gegenden. Milchkühe und Büffel, aber auch Ziegen dienen hier als zusätzliche Einkommensquelle. Die Tiere bestechen vor allem durch ihre Vielseitigkeit: Ihre Milch ist eine gesunde Nahrungsergänzung, vor allem für die Kinder, der Dung bildet die Basis für organischen Pflanzendünger und somit für bessere Ergebnisse bei der Ernte.
60 Frauen konnten zuletzt beim Kauf und der Aufzucht der Tiere unterstützt werden. Eine von ihnen ist Veronica, eine Witwe, die in einem Vorort der Stadt Bangalore lebt. Nachdem sie mit Kolping in Kontakt kam, schloss sie sich der Spargruppe des Vereins an und nahm an den Schulungen des Verbands teil, u.a. an einer Fortbildung für Kleinunternehmerinnen. Daraus reifte der Plan, sich mit einer Ziegenzucht selbstständig zu machen. Ein Kleinkredit ermöglichte ihr den Kauf der ersten vier Ziegen. Da die Preise in ihrer Nachbarschaft relativ hoch waren, suchte sie weiter draußen am Land und konnte die Tiere dort tatsächlich zu einem deutlich günstigeren Preis erwerben: zwei ausgewachsene Ziegen und zwei Zicklein. Da ihr Sohn bei der Haltung und Pflege der Tiere hilft, möchte sie ihren kleinen Bauernhof in Zukunft vergrößern, um durch den Verkauf von Milch und Käse zusätzliches Einkommen zu generieren.


